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#31 RE: Kleidung ist nicht alles von Elfjur 15.08.2012 21:23

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@ Meril:

Das ist eine sehr schöne Darstellung des Themas Gewandung und wie sie gesehen wird.

Allerdings habe ich eine Einschränkung: Das Leute, die sich die Gewandung oder sogar die ganze Ausrüstung machen lassen oder kaufen, sich keine Gedanken über ihren Charakter machen halte ich für ein Vorurteil deinerseits. Nicht jeder ist ein begnadeter Schneider oder Bastler und nicht jeder hat Zeit zum Schneidern und Basteln. Wenn so jemand sich die passende Ausrüstung kauft, ist das nicht verwerflich.

Ich gebe Dir aber recht, dass selber machen befriedigender ist. Deshalb baue ich Waffen und Schilde möglichst selbst und auf eine andere, als die althergebrachte Weise, ohne Pat- und Latex.

Natürlich sollte die Ausrüstung dem Charakter folgen und nicht umgekehrt. Deshalb habe ich gerade für teuer Geld bei ebay ein Schwert gekauft. Ich hoffe, dass diverse SL das, was ich mit diesem Schwert und einem meiner Charaktere vorhabe, mitmachen

#32 RE: Kleidung ist nicht alles von Meril 16.08.2012 07:33

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Danke, das freut mich :-)

Natürlich kauft man Sachen - und das ist auch völlig ok, denn nicht jeder kann gleich von Anfang an umsetzen, was er sich wünscht und vielen ist der Weg etwas handwerklich zu erlernen zu hart und lang. Auch ich kaufe Schwerter, Schuhe und manche Metall- und Lederteile lieber, als sie selber zu machen .. auch Hosen z.T.
Aber für einen Bastler ist es nichts besonderes tolle individuelle Kostüme zu haben und daher braucht er sich nicht so viel drauf einbilden, schließlich verbessert man sich stetig und kann im Zweifelsfall etwas eben nochmal bauen.

Allerdings sind die Beträge, die man normalerweise für solche Dinge ausgibt meist kleiner als 200 Euro. Besagte Gewandungsschauläufer, um die ich denke, die es hier geht und die "HdR-hauptrollentauglich" sind, geben allerdings allein für ihr Schwert locker 200 Euro aus. Ein Elbengewand kann gerne mal an die 1000 Euro gehen und Rüstungen in die tausende.

Besonders bei Elfen/Elbenausstattung ist mir jedoch aufgefallen, dass viele viele 1000Euro in Rüstungen gesteckt werden, nichtmal 1/5 davon aber in Kleidung und auch keine 5 Euro in Make-Up, um die Ohren anzuschminken. Sowas ärgert mich, betrifft aber eigentlich auch fast nur Männer O.o
Eine sondergefertigte vollverzierte Vollplatte für mehrere tausend Euro mit einer Billigtunika darunter und nicht abgetarnten BW-Tretern, in denen man so galant laufen kann wie mit einem Betonklotz am Fuß, ergibt einfach kein stimmiges Bild. Warum werden dann nicht lieber kleinere Brötchen gebacken und erst eine schöne Alltagskleidung für den Charakter angeschafft, damit man wenigstens mitspielen kann?
Der Charakter kann sich im Spiel auch ohne Rüstung entwickeln, es ist sowieso blöd alles vorher im Hintergrund festzulegen und mit einem statischen Charakter anzufangen. Es raubt einfach Spiel.
Zumindest im Bezug auf Elfen/Elben des deutschen Larp kann ich es mir gewissermaßen leisten zu behaupten: Kauflarper machen sich weniger Gedanken über ihren Charakter und je teuer Rüstung und Klamotte werden, desto schlimmer. Denn es ist für mich leider eine persönliche Erfahrung, kein bloßes Vorurteil (mehr).

Es ist ein Trugschluss, dass stimmig = teuer und teuer = stimmig ist. Ein stimmiges Kostüm ist selten teuer, weil es auf übertriebene Elemente wie ziergehangene Rüstungen und Goldkitsch verzichtet. Das ist leider das große Problem, das ich mit Umsetzungen nach Artwoks oder Computerspielen sehe. Gezeichnete Kostüme sehen toll aus, sind aber unpraktisch und dadurch wenig glaubhaft. Ein stimmiges Kostüm muss aber glaubhaft sein, denn sonst würde es einen Charakter auf Abenteuerreisen eher behindern als ihm nützen. Stimmig heißt nicht nur "passt zum Charakter/rasse/profession", sondern auch "macht im Alltag des Charakters Sinn zu tragen".
Bei manchen Rollen ist ein Kostüm unter einem gewissen Budget schwer bis gar nicht zu machen, aber meist eben genau deshalb, weil extrem besondere Elemente dafür stilprägend sind (z.B. Warhammer-Hochelf, Ritter, Graf, Dämonenfürst, Tiermensch). Ein Ritter ohne Rüstung und Wappen sieht lächerlich aus, ebenso ein Warhammer-Hochelf ohne diese übertriebene Symbolik.

Auch auf dem DF war ich ziemlich enttäuscht vom Spiel einiger in Foren hochgelobter Leute, die mir begegnet sind und hatte mir mehr erhofft. Ein Forenruf steckt eben auch die Erwartungen an die reale Person höher.

Sicherlich trifft es nicht auf alle zu und eine Grenze zu ziehen ist schwer, allerdings sehe ich eine deutliche Tendenz - kann natürlich auch an meinem teilweise Umfeld liegen ...

Das ist auch der Grund, warum ich inzwischen aus meiner Gruppe gefühlt schon raus bin, weil ich mich dort nicht mehr so wohlfühle und mit der Umsetzung einiger der Elben/Elfen unglücklich bin ... Mir ist Spieltiefe super wichtig und ich kann nichts mit Leuten anfangen, die ständig nur herumstehen und sitzen und gucken als säße ihnen ein Furz quer ;-)
Ich habe mit sehr liebevoll detaillierten Plot-Cons nach Regelwerk Larp angefangen und auch die Gegenseite gesehen (DKWDKK-Gewandungsschaulaufen), wobei mir ersteres deutlich lieber ist. Aber das wusste ich vorher natürlich nicht^^

Nun habe ich manchmal das Problem, dass ich mit gewissen Leuten über einen Kamm geschoren werde, weil ich mal auf einem Foto neben ihnen gestanden habe. So ist das halt.

Aber du hast recht, pauschal kann man da nix sagen. Möglicherweise sehe ich das Ganze auch sehr gefärbt, weil ich mich selbst so drüber aufgeregt habe. Trotzdem glaube ich die Tendenz bestätigen zu können.

[ Editiert von Meril am 16.08.12 9:30 ]

#33 RE: Kleidung ist nicht alles von Axel_C_T 28.08.2012 11:49

Hallo zusammen,

Zitat
Gepostet von Menk

Eine Sache - die vehement von solchen Leuten niedergeredet wird - ist in den vergangenen Jahren mir auf vielen Cons und in vielen Foren aufgefallen, die sich auch im realen Leben wiederspiegelt. Der gesellschaftliche Status wird an der Kleidung festgemacht. Es ist Tatsache, dass jemand der wichtig aussieht als solcher auch durch Ausstrahlung an Bedeutung gewinnt. Das macht ihn aber lange nicht zu einem besseren Menschen - oder einem besseren Spieler. Denn Geld kann jeder haben. Schönes Aussehen lässt sich kaufen.

Ich erlebte Menschen die mit Charakteren ins Spiel gingen, die bei Herr der Ringe Hauptdarsteller hätten tragen können. Diese sammeln sich schnell ihren Kreis der Bewunderer um sich. Leute die sie bestätigen und verherrlichen. Bis dahingehend lassen sie sich blenden, dass schlichtweg beschissene Aktionen glorifiziert werden. Eine solche besondere Aktion wird als BESONDERES aufgenommen. Man hat beim Marketing dann die Möglichkeit etwas Besonderes als etwas besonders außergewöhnlich Gutes wirken zu lassen oder es zu einem wirklich besonders außergewöhnlichen Schlechten Spiel ansehen zu lassen. Hier ist kein Platz mehr für Selbstkritik. Hier stehen nur noch eine Menge Spiegel die das Abbild zeigen, das man sich erträumt.




Ich kann diese Wahrnehmung von dir nicht so teilen. Meiner Meinung geht es nicht um "schönes Aussehen" sondern um stimmiges Aussehen. Passt also die Kleidung zu dem gespielten Charakter. Meiner Meinung nach ist ist eine passende Kleidung bzw. Ausrüstung für einen Charakter nicht wirklich teuer. Die Bereiche, die ins Geld gehen, sind Rüstung und Waffen. Das sind meiner Meinung nach meistens die Kostentreiber. Oftmals haben die Spieler, die Mühe und Zeit in ihre Ausrüstung/Kleidung investieren, mehr Tiefgang, als diejenigen, die sich mal eben eine Tunika bei den diversen Versandhändlern bestellen.

Ich persönlich finde Kleidung wichtig, jedoch nicht als Statussymbol, sondern für mich um besser in die Spielwelt einzutauchen. Unsere erste Sinneswahrnehmung ist das Sehen. Im Spiel - je nach Charakter - ordne ich alle Anwesenden ein und mache mir ein Bild von ihnen. Ab und zu gibts dann bei mir ein OT-Error, weil da etwas dann nicht passt. Wenn ein "Baron" zu mir kommt mit Tunika und einfacher Hose, wird er für mich ein Hochstapler sein und ich ihn nur Müde belächeln. Vielleicht werde ich ihn noch nach seinem Adelsbrief fragen. Aber dann werde ich ihn IT so behandeln, wie ich ihn eingestuft habe.

Für mich gehört übrigens zum Charakterspiel noch mehr. Z. B. wenn ein gut gekleideter Ritter mit mir diskutiert und hat dabei eine Kippe zwischen den Zähnen, dann schüttle ich nur den Kopf, denn das macht seine Darstellung kaputt. Genauso welche Wortwahl derjenige benutzt. So Modewörter wie: Cool, Geil, boha ey usw. passen einfach nicht.

Ich denke es ist wichtig - und ich versuche es auch immer wieder - anderen Feedback zu ihrer Rolle zu geben, damit sie sich verbessern können, wenn sie wollen. (Übrigens Feedback im Sinnne der Feedbackregeln.)

Tja, XXL-Elfen und XXL-Zwerge.... ich sehe es so. Larp lebt von Klischees. Ich persönlich würde keine Elfen spielen, dafür bin ich zu stämmig und auch keinen Zwerg oder Kender, dafür bin ich zu groß. Ich finde das Schade, aber es gibt genügend andere Sachen, wo ich mich austoben kann. Warum wollen andere, die keine passenden körperlichen Eigenschaften haben, so einen Charakter spielen?

Ich glaube übrigens, viele dieser Probleme würden sich nicht ergeben, wenn man Anfänger annimmt und in das Spiel einführt. In unserem Verein beispielsweise bereiten wir Anfänger vor, statten sie ggf. aus und sie können probieren. Ein Einstieger wollte unbedingt einen Elfen spielen. Wir konnten ihn überzeugen, auf seinem ersten Con etwas ganz einfaches zu spielen. Im nachhinein war er dankbar.

Eine andere Anekdote: Con, Versammlung zur SL-Ansprache. Spieler von der Kleidung her farblich durchmischt, nur eine kleine Gruppe von 5 Personen in Schwarz. Die SL fragte, ob Anfänger da wären. Die 5 meldten sich. Sie taten mir echt leid, weil sie Geld für Zeugs ausgegeben haben (schwarze Lederrüstungen), wovon ich ihnen in einer Charakterberatung abgeraten hätte.

Tschüs
Axel

#34 RE: Kleidung ist nicht alles von Menk 24.09.2012 15:16

@Alex
Ich stimme dir in vielen Punkten zu und habe bei manchen etwas mehr Toleranzrahmen, bei anderen weniger.

Was ich aber bedingugnslos unterstütze: Nehmt euch Einsteigern an und beratet sie vor und nach der Con. Während der Con spielt ihnen gutes Rollenspiel vor. Während des Spiels gibt es keinen Raum für Kritik an der Gewandung

#35 RE: Kleidung ist nicht alles von Elfjur 25.09.2012 00:13

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@ Menk

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