#1 RE: Con-Rückblick "Temporia - Gegen die Zeit" von Falgas 11.09.2012 01:43

(Vor-)Gestern von „Temporia – Gegen die Zeit“ heimgekommen. Zeit für Rückblick und Kritik.

Allgemeines:
Veranstalter: LARP-Werk mit Unterstützung durch Epulum.e.V
4 Tages-Con (6.9-9.9.2012)
Eigene Zelte mit SV
SC: 69 €; NSC: 25 € (1. Staffel)
Genre: Fantasy
Typ: Klassischer Abenteuer-Con mit linearem Plotverlauf
Veranstaltungsort: DPSG Diözesanzentrum Rüthen (NRW)
Geschätzte Teilnehmer: 70-80 SCs; 25 NSCs/SLs
Teilnahme als NSC

Gelände: Das Gelände setzte sich aus mehreren, durch Wege und Bäume getrennten, Zeltplätzen zusammen. Die NSC-Wiese war fast vollständig von Bäumen eingerahmt. Die Sanitäreinrichtungen waren nah, ohne aber in Riechweite zu liegen.
Die SC-Wiese war angenehm groß. In Sichtweite lagen allerdings ein Klettergerüst (für Kletterfreunde – kein Kinderding. Daher groß), sowie eine Ortschaft.
Darüber hinaus noch feste Gebäude die durch Jugendliche belegt waren. (Zu Sanitäreinrichtungen und den Jugendlichen weiter unten mehr).
Grundsätzlich halte ich das Gelände für larpgeeignet: Es bietet viel Platz für Zelte, offene Flächen für Schlachten und – soweit ich das Erkunden konnte – auch einen über Trampelpfade begehbaren Wald. (Dieser wurde jedoch wenig genutzt. Das Spiel fand im Wesentlichen auf den Plätzen statt).

Wetter: Trocken, ohne übermäßige Hitze. Morgens Tau. Typische Spätsommertage, die gut zum Larpen geeignet sind.

Sanitäreinrichtungen: Feste Gebäude mit mehreren Duschen und Toiletten. Weiterhin Spülmöglichkeiten für den Abwasch. Im Sanitärbereich ist mir kein Gedränge untergekommen. (Der Platz ist aber wohl auch für mehrere Hundert Pfadis ausgelegt). Die Toiletten waren sauber und in Sachen Geruch absolut akzeptabel.
Ich war sehr zufrieden.

Fundus: War noch nicht besonders umfangreich. Wesentliche Teile des Gewandung wurden von den NSCs mitgebracht. Für spezielle Gegner wie die Erdwesen standen eigene Gewandungen und Waffen zur Verfügung, die zwar einfach, aber keinesfalls lieblos gestaltet waren. Für die Böse-Fraktion gab es Gürtel-Wimpel und Schärpen. Insgesamt gibt es da noch Luft nach oben. Insbesondere Wappenröcke wären gut. Hier ist besonders zu berücksichtigen, dass die Orga ihren ersten Con abgeliefert hat und daher noch nicht auf einen umfangreichen Fundus zurückgegriffen werden konnte.

NSC-Lager: Bestand nahezu komplett aus ambientegerechten Zelten. Gerade einmal ein Iglu-Zelt hatte sich dorthin verirrt. Von der Orga war ein großes Sonnendach mit Bierzeltgarnitur (könnte noch durch Tische und Bänke aus der Taverne ersetzt werden) aufgebaut worden. Das Funduszelt schaffte ebenfalls den Ambiente-Check. Es handelte sich hier jeweils um Eigenkonstruktionen der Orga, die diese über ihre Seite auch zum Kauf anbietet.
Weiterhin war eine große Feuerstelle vorhanden, die von meinem Bruder (Thalos/Frederik) sofort in Beschlag genommen wurde und ausgiebig in seiner Ambiente-Rolle als Koch genutzt wurde. (Leider für die SCs kaum sichtbar).

SC-Lager: Soweit ich es gesehen habe, waren Iglus nicht vorhanden. Sonnensegel waren aufgestellt worden und einige Gruppen hatten sich wirklich hübsch eingerichtet. (Hier sei besonders eine orientalische Fraktion genannt, die ihr Hauptzelt – leider kaum sichtbar für andere – mit wahnsinnig tollem Flair hergerichtet hatte).

Bauten: Auf diesem Con ein Punkt, der eigens besprochen werden muss, denn die Orga hat mich – besonders weil es sich um deren ersten Con handelte – wirklich beeindruckt: Vorhanden waren ein wirklich großes Tavernenzelt (geschätzte 7-8 m lang, sicherlich 4 m breit bei einer Giebelhöhe von ca. 3,5 m), welches mit ambientigen Tischen und Bänken, sowie einem hölzernen Thekenbereich ausgestattet war.
Auch das zu bespielende Dorf war nicht die übliche Ansammlung von NSCs, die bei der ersten Frage nach dem Arbeitsort sofort in ein stammelndes „Also... dahinten... kann man jetzt nicht sehen“ verfielen, sondern bot eigene Arbeitsorte für zumindest Kräuterfrau, Schmied und Bibliothekar. Sicher: Wer hier Groß-Con-Niveau erwartet hätte, wäre enttäuscht gewesen. Gegenüber meinen sonstigen Erfahrungen war hier aber mal ein Dorf sichtbar, dass nicht nur aus der obligatorischen Taverne bestand.
Ein weiterer Aufbau war ein Ritualkreis aus etwa hüfthohen Stelen, die mit Lichttechnik und eingebauter Flamme ausgestattet waren. Sehr schick!
Dazu gab es einen Mini-Dungeon von etwa 2x2x2m in welchem sich ein Ritualstein befand. Auch dieser war mit etwas Effekt gepusht worden, was Telling vermieden haben dürfte.
Hinzu noch ein 3x3x4m Turm aus Holz und Stoff, in welchem eine NSC-Priesterin residierte. Besonders schön: Ein ihrer Pompfe im Detail nachempfundener Kampstab, an den ein Sitz in ca. 1,5m Höhe montiert war, der von ihrem Kleid verdeckt war, wenn sie drauf saß. So wirkte es, als würde sie während der Gespräche mit den Spielern in der Luft schweben.
Das Schmuckstück unter den Bauten war aber der eigentliche Haupt-Dungeon: Geschätzte 8x8m groß. Komplett aus einem Holzgerüst mit schwarzer Plane und Stoff war es in diesem stockfinster. Selbst bei Tageslicht hat man die eigene Hand nicht vor Augen gesehen und rasch die Orientierung verloren. Innerhalb des Dungeons waren eine ganze Reihe von Rätseln installiert worden, von denen einige technisch gepimpt wurden (unter anderem ein Brunnen mit elektrischer Pumpe, den die Spieler aktivieren sollten). Die Basteleien wurden erkennbar von Personen mit einem deutlich besseren Technikverständnis ausgeführt als ich es habe. Mich kann man mit so etwas beeindrucken. Daher: Sehr gut!

Plot: Wie oben angesprochen ein klassischer Fantasy-Plot: Eine Bedrohung durch eine übelwollende Fraktion mit leicht fanatischer Einstellung, die ihre Interessen durchsetzen möchte. (In diesem Fall das Land erobern – klassisch eben). Aufgabe der SCs war klar: Der Bedrohung Einhalt gebieten. Zu diesem Zweck galt es einen insgesamt linear konstruierten Plot zu verfolgen, der sich aus einer ganzen Reihe von Rätseln zusammensetzte. Informationen erhielten die Spieler über NSCs, IT-Schriftstücke, etc.
Als Gegner traten neben einigen Räubern, die versuchten Wegzoll einzusammeln (und dies teilweise auch schafften – schön: Spielerseitig die Haudrauf-Methode vermieden), vor allem Erdwesen als langsame, aber mächtige Gegner auf, sowie die obligatorischen Scharen der fanatischen Fraktion, die den Spielern das Leben schwer machen wollten.
Dazu gab es kleine Sub-Plots die im Wesentlichen dazu dienten, den Hauptplot zu unterstützen, wie etwa eine kleine Dorffeierlichkeit mit bäuerlichen Spielen. (Tauziehen, Hufeisen-Werfen, Wettrennen, Weitsprung, etc.). Letzere wurde von den SCs leider kaum angenommen, so dass die Spiele von einigen sportlichen NSCs dominiert und gewonnen wurden.
Wie oben gesagt: Klassisch – aber oder gerade deswegen auch absolut funktional. Aufgrund einer hohen Magier-/Priesterdichte auf dem Con war die Rätsellastigkeit eine gute Sache. Die Kämpfer bekamen ebenfalls ihre Gelegenheiten, wenn gleich es uns NSCs aufgrund geringer Mannstärke kaum gelang, richtig Druck aufbauen zu können.

Kämpfe: Wie oben schon gesagt, wirkte sich die geringe Kopfzahl (meist nur ein Dutzend, fast nie mehr als 15-16 Kämpfer) der NSCs aus. Teilweise waren Personen in Festrollen gebunden oder mussten als SLs Kämpfe überwachen. Dadurch gelang es uns bis zum Samstagabend eigentlich nie, die Spieler ernsthaft unter Druck setzen zu können. Das magische Potential unter den SCs tat hier ein Übriges. Dennoch Lob an die Magier, denen es – DragonSys 2 galt – problemlos möglich gewesen wäre uns immer wieder mit Zaubern einzuäschern, aber eben dies kaum taten. Meist wurden Windstöße eingesetzt; teilweise Feuerbälle, diese aber mit Wurfkomponenten, was das Ganze etwas entschärfte. Im Großen und Ganzen überließ man den Kämpfern das Feld.
Trotz ständigen Respawns konnten wir als NSCs dennoch kaum mehr tun, als immer wieder erfolglos gegen die Spieler anzurennen. Dennoch gab es gerade für die Kämpfe großes Lob: Bereits am Donnerstag hatten einige SCs die Infight-Bereitschaft angetestet. Diese wurde von vielen NSCs sehr bereitwillig beantwortet. Die Kämpfe waren daher wilder, als ich es von anderen Veranstaltungen gewohnt bin. Kopftreffer und wohl auch die ein oder andere Schramme gab es wohl. Allerdings habe ich zu keinem Zeitpunkt wegen der Infights ein böses Wort gehört. Wer sich wilder Hauen wollte, stand in der ersten Reihe und signalisierte seine Bereitschaft durch wildes Vorwärtskommen. Stürmen durch Schildreihen gab es und funktionierte gut. Körperkontakt – durchaus auch mit entsprechenden Stößen – ebenfalls.
Wer es etwas ruhiger wollte, so wie ich meist, hielt sich etwas weiter hinten. Generell hatte ich den Eindruck, dass sich SCs und NSCs in Hinblick auf ihre bevorzugten Kampfstile sehr schnell fanden.
Von Spielerseite gab es großes Lob für die Kämpfe. Ich kann es an dieser Stelle nur zurück geben.
Ein Lob auch an die SL, die die Zügel locker ließ und sich nicht zu überbehütendem Eingreifen hinreißen ließ, sondern den Beteiligten ihr eigenes Tempo ließ, gleichzeitig aber wegen Sicherheitsrisiken die Augen offenhielt.

SCs: Im Schnitt schön ausgestattet. Mit kleineren Ausreißern in beide Richtungen. In Sachen Spiel sehr angenehm. Einige Gruppen (u.a. Wächter Edras, Gläserne Klinge) kannte ich noch von Talosia-Cons und solchen aus Hessen.
Toll fand ich, dass es den SCs sehr schnell gelang einen Lagerrat auf die Beine zu stellen, der dem Austausch über den Plot diente und so einen Großteil der Spieler auf dem Laufenden hielt. Plot-Bunkern scheint so gut wie nicht vorgekommen zu sein. Im Gegenteil berichtete eine SL, dass wohl einige Magier im Dungeon einige Erfolge hatten und sich dann kurzerhand entschlossen das Feld zu räumen um anderen Spielern die Möglichkeit zu eigenen Erfolgen zu lassen, statt alles allein zu lösen. Absolut spitze!
Die SCs brachten ebenfalls eine gute Portion Humor mit, welche den Umgang sehr entspannt gestaltete.
Ebenfalls toll und für uns NSCs eine echte Motivation: Wiederholte Rückmeldungen via SL und auch persönlich, dass man mit uns NSCs sehr zufrieden sei und großen Spaß hätte.

NSCs: Kleine, aber sehr feine Gruppe in der es großen Spaß gemacht. Es blieb Zeit zum OT-Plaudern, gemeinsamen Essen und Diskussionen. Es kam kein Stress auf.
Einige Anfänger waren dazwischen, die sich jedoch sehr schnell in alle Abläufe einfügten und sehr überzeugend agierten.
Ich hoffe, man sieht sich wieder.

SL: Soweit ich das Beurteilen kann dürfte es für so ziemlich alle SLs das erste Mal gewesen sein. Ich war begeistert: Direkt nach unserer Ankunft nahm uns die Haupt-SL/Orga erst einmal mit zu einer Geländebegehung und zeigte und erklärte uns in Ruhe die Plotorte.
Fragen unsererseits wurden jedes mal geduldig und freundlich von jeder SL beantwortet. (Etwas, was sich bereits im Vorfeld der Veranstaltung in ausführlichen Antworten auf unsere Mails zeigte). Wenn die Spielleiter gefrustet oder genervt waren, hat man davon zumindest nichts mitbekommen. Überrascht war ich auch, dass „Wenn du nicht willst, dann musst du nicht“ keine Phrase war, sondern tatsächlich ernstgemeint und ohne vorwurfsvollen Unterton kam. Der „freundliche Feldwebel-Stil“, den ich als NSC bei anderen Cons erlebt habe, blieb hier völlig aus. Der Motivation war dies nicht ab-, sondern höchst zuträglich: Die Stimmung unter den NSCs war sehr gut. Ich habe nicht erlebt, dass eine Rolle wirklich abgelehnt wurde. Ich kann es nur vermuten, allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Haupt-SL zumindest eine ungefähre Vorstellung davon hatte, was ihre NSCs im Vorfeld an Vorlieben mitgeteilt hatten. Ebenfalls Spitze!

Negatives: Damit man mir nun nicht unterstellt, ein bezahlter Jubelperser zu sein, hier die kritischen Anmerkungen.

Das Gelände hatte in meinen Augen, wenn es auch sonst geeignet war, eine wesentliche Einschränkung: Die Belegung der Gebäude durch eine Jugendgruppe. Während die Klettergerüste ignoriert werden konnten, galt das für einige Jugendliche die mich gleich am Donnerstagabend mit Geschrei und Smartphone auf dem Weg zum SC-Lager überfielen nicht. Gegen stilles Zuschauen hab ich ja nichts, aber Gekreische und ein Vormarsch auf die SC-Wiese gingen mir dann doch zu weit. Entsprechende Zurechtweisung sorgte dann aber immerhin für Ruhe... zumindest vorerst: Als wir am Samstagabend zur Endschlacht antraten begann nebenan gerade die Jugenddisco, so dass wir zumindest im Hintergrund mit aktueller und leider nicht sonderlich guter Mainstream-Musik beschallt wurden. Das SC-Lager erreichte dies zum Glück weniger stark. Das NSC-Lager hingegen schon. Wäre ich nicht todmüde gewesen, hätte mich das Gedröhne um den Schlaf gebracht. Sollte das Gelände in Zukunft wieder genutzt werden, böte sich hier sicherlich Rücksprache mit dem Vermieter an.

Die Preise in der Taverne waren meines Erachtens zu hoch angesetzt. 2€ für 0,4 L Bier ist zwar noch etwas günstiger als in den meisten Gastwirtschaftsbetrieben, für eine Larp-Taverne in meinen Augen aber zu viel. Meine 10-€-Tavernenkarte brachte damit 2 L Bier hervor. Bei drei großen Jungs nicht gerade viel und eben zu teuer um neue Karten zu kaufen. Ein Bierpreis von 1,20€ pro 0,4 hätte der Taverne sicherlich deutlich mehr Umsatz beschert. (Bei einem Preis von 70-80 Cent für eine 0,5 Flasche gutes(!) Bier wäre immer noch Gewinn geblieben).
Das Ergebnis war, dass ich, nachdem wir die eine Karte verbraten hatten, mit einigermaßen schlechten Gewissen mein eigenes Bier mit in die Taverne gebracht habe, als die Barden aufspielten.

Ein weiteres Problem sehe ich im Dungeon. Nicht in diesem als solchen. Der war toll – siehe oben – sondern in der Platzwahl. Das Ding direkt neben das NSC-Lager zu stellen, so dass wir beim Kochen fröhlich den Diskussionen der Spieler zu hören konnten, war weniger glücklich – denn die konnten uns ebenfalls durch die Plastikplane hören.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Argumente für diesen Standort gab. (Kurze Wege für SL und NSCs, räumliche Trennung, damit nicht alle Bauten auf einem Haufen stehen, etc.). Aber selbst dann wäre auf der NSC-Wiese noch Platz gewesen um den Dungeon wenigstens zehn Meter weit vom Lager entfernt aufzustellen.

Persönliche Highlights:
Gab eine ganze Reihe, daher hier nur in Auswahl:

Ich komme in der Rolle des Bibliothekars ins Dorf. Stilecht in knöchellanger Robe mit Über-Robe. Schrittlänge ist verkürzt. Erster Satz des Dorfvorstehers: „Ah, der Bibliothekar! Ihr nehmt an unserem Wettstreit teil. Tragt ihn ein!“ Mein abwehrendes Nein wird gekonnt ignoriert und ich darf sogleich mit den anderen Spielern zum Wettlauf antreten. Super mit so einer langen Robe. Notgedrungen also die Robe bis über die Knie gerafft. Das Gelächter hab ich dann als Kompliment für meine Bruche genommen. ^^ (Und immerhin noch den fünften Platz von zehn gemacht).

Mein Besuch im Hauptzelt der orientalischen Fraktion: Super Spiel und ein wahnsinnig tolles Ambiente: Weihrauch geschwängerte Luft, halbdunkel, Rosenöl zum frisch machen, Süßigkeiten und Nüsse, sowie Tee als Bewirtung.

Drei Spieler, die sich durch die Büsche neben eine Feldweg vorwärtsschleichen und hochkonzentriert sind, als mein Dorfwachenkumpel und ich von hinten (und nicht mal sonderlich leise) angestapft kommen und in einigen Metern Abstand stehen bleiben und interessiert zu sehen, wie die „Fremden“ durch die Büsche kriechen, statt den Weg zu benutzen. Wir haben dort sicher zwei, drei Minuten gestanden, ehe der erste „Späher“ auf uns aufmerksam wurde.

Superleckeres Essen für das sich mein Bruder verantwortlich zeichnete. Gulasch, Käse-Lauch-Suppe, frischgebackene Brötchen, Pfannkuchen, etc. Alles frisch über dem Lagerfeuer zubereitet. Respekt auch, dass er sich jeden Morgen den Wecker auf 7.00 Uhr gestellt hat, damit wir anderen dann fertiges Frühstück hatten, wenn wir aufgestanden sind.

Nach-Con-Highlight: Bartstoppeln abrasieren und endlich wieder wie ein zivilisierter Mensch aussehen

Fazit: Ich habe, trotz einzelner Schwächen, einen wirklich tollen Con erlebt. Sicherlich war die Ausstattung des Fundus noch nicht überragend, die Zahl der NSCs für große Schlachten nicht ausreichend und der Plot nach bekanntem Muster gestrickt - aber das war schlicht egal: Die Spielfreude und der Humor mit dem die Teilnehmer an das Spiel herangegangen sind hat diese Schwächen in den Hintergrund gestellt. Ich habe lange nicht mehr soviel Spaß am Spiel auf einem Con gesehen. Von Verbissenheit und Konsumhaltung war nichts zu sehen. Stattdessen bemühte man sich erfolgreich um ein schönes und humorvolles Miteinander. Ich fühlte mich phasenweise an einige Höhepunkte meiner Larpkarriere erinnert, die ich bei der Talosia-Orga auf den Cons Verwunschene Wälder 1 und 2 und den Bauernfang-Cons hatte: Auch dort paarte sich einfache, aber nicht schlechte, grundlegende Ausstattung mit einer Begeisterung für das Spiel, die ich später auf „professionelleren“ Cons nicht mehr gefunden habe.
Der LARP-Werk-Orga und dem Epulum.e.V., der diese mit Basteleien und NSCs unterstützte, ist bei dem offenbar geplanten Zusammengehen nur alles Gute zu wünschen. Eine Fortsetzung soll laut Aussagen der Orga im Bereich des Möglichen liegen. Ich hoffe sehr darauf.

#2 RE: Con-Rückblick "Temporia - Gegen die Zeit" von Thalos 11.09.2012 20:29

Ich kann mich Säbels Meinung nur anschließen!
Für mich war das Larp eine sehr willkommene Entspannung direkt nach einer ziemlichen schweren Prüfung. Die SL hat mir auch gerne die Zeit gegeben, die ich zum Kochen brauchte, selbst als ich Hefebrötchen gebacken hab, waren verständnisvoll, auch weil ihnen davon etwas winkte. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass die NSC-Zelte das Dorf stellen würden und ich in der Rolle des Kochs IT-gerecht kochen könnte. Dann wäre es auch möglich gewesen das Essen an die SC´s zu verkaufen, da ich im Voraus relativ großzügig kalkuliert hatte. Immerhin bekamen die NSC´s so deftige Mahlzeiten.

#3 RE: Con-Rückblick "Temporia - Gegen die Zeit" von Raith 14.09.2012 22:31

So. Als dritter im Bunde will ich die Sache mal vervollständigen.
Eigentlich hat Falgas ja schon alles gesagt, was es zu sagen gibt, aber ein paar Punkte möchte ich nochmal deutlicher machen.

Zum Ersten ist da die Einrichtung des Dungeons: Es gab mehrere elektrifizierte Platten (mit Beleuchtung), die auch untereinander verbunden waren und nur in der richtigen Reihenfolge zu aktivieren waren. Dafür gab es Magnetschalter, die mittels bestimmter Objekte geschaltet werden mussten und gegenstände die - in die richtige Öffnung gesteckt - einen Stromkreis schlossen. Das Finale war der voll funktionstüchtige Brunnen mit Geheimfachfunktion.
Das war für mich die beste Ausstattung eines Dungeons, die ich bisher gesehen habe.

Die Kämpfe waren stellenweise wirklich sehr heftig. Aber selbst als der Ork auf mir lag und mir wild brüllend Kopfnüsse gegen den Helm gab, habe ich es noch als kontrollierte Situation wahrgenommen. Hier nochmal danke für den schönen Infight und ich hoffe du hast keine Gehirnerschütterung.^^ Ich muss wirklich sagen, dass wir NSCs mit den Spielern sehr schöne Kämpfe darstellen konnten, auch wenn wir Zahlenmäßig sehr unterlegen waren. Ein totales Bedrohungsszenario haben wir mit den 15 Kämpfern sicher nicht aufbauen können, aber dank guten Anweisung seitens unseres NSC-Koordinators hatte ich zumindestens das Gefühl, dass wir sie ordentlich in Atem halten. Da wurde wirklich das Maximum aus dem herausgeholt, was da war.

Die SL hat wirklich einen guten Job gemacht und ist mir durch die nahezu ständige Verfügbarkeit und durchgehend gute Laune sehr positiv aufgefallen.

Das einzige was mich gefrustet hat, war die sogenannte Endschlacht, die leider sehr kurz ausgefallen ist, weil einige Spieler das zu sichernde Erdelementar im Dunklen am Schlachtfeld vorbeigeschmuggelt haben. Das war bei 15 NSCs, bei schlechtem Licht und hinter der Campingplatzdekoration vorbei an der Schlachtreihe keine große Kunst und hat damit die Endschlacht für den Rest der Spielerschaft gekillt. Das war schon eine ziemlich nasige Aktion.

Die NSCs waren wirklich eine ganz tolle Truppe, mit der ich jederzeit wieder eine Con besuchen würde.

Ich fand die Con sehr gut und würde weitere Cons bei dieser Orga besuchen und auch jedem Anderen dazu raten.

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