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#16 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Menk 11.11.2012 05:30

Diese Halbwesenwellen von früher kenne ich noch, aber ich würde sich als allgemein hin abgeebt bezeichnen. Lediglich Werwesen sind noch (aus meiner Warte) störend präsent. In Talosia hatte ich derartige Charaktere sehr selten. Viele habe ich aber auch bei der Anmeldung aussortiert. In der Feldmark, wo Menschen schon misstrauisch auf spitze Ohren reagieren und diese als Provokation wahrgenommen werden, sind Halbdrachenwesen nicht unbedingt beliebt wenn sie optisch klar erkennbar sind. Hingegen bin ich klar gegen schlechte Darstellung von Exoten und Vorteilshäscherei.
Dennoch existieren diese Wesen auch in Talosia und im Laufe der vergangenen Jahre haben auch einfache Bauern die Mythen und Märchen in ihrer Gegenwart erleben dürfen.

Ich verstehe dein Tierwesenprojekt als ambitionierte Langzeitplanung. Du hast gute Vorbilder beim Basteln, viel Erfolg dabei. Wenn dir ein gutes Kostüm gelingt, meld dich bei mir. Dann vermeiden wir vielleicht ein weiteres 1Mann Land

#17 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Elia Y 11.11.2012 19:12

Jeder sollte mal einen Mensch-Elf-Feen-Dämonen-Erzengel gespielt haben...

Aber ganz ehrlich, so wie du die Sache angehen willst, klingt das auch für mich sehr vernünftig.

[ Editiert von Elia Y am 11.11.12 19:12 ]

#18 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Wolfric 07.12.2012 01:39

Zitat
Gepostet von Menk
Diese Halbwesenwellen von früher kenne ich noch, aber ich würde sich als allgemein hin abgeebt bezeichnen. Lediglich Werwesen sind noch (aus meiner Warte) störend präsent. In Talosia hatte ich derartige Charaktere sehr selten. Viele habe ich aber auch bei der Anmeldung aussortiert. In der Feldmark, wo Menschen schon misstrauisch auf spitze Ohren reagieren und diese als Provokation wahrgenommen werden, sind Halbdrachenwesen nicht unbedingt beliebt wenn sie optisch klar erkennbar sind. Hingegen bin ich klar gegen schlechte Darstellung von Exoten und Vorteilshäscherei.
Dennoch existieren diese Wesen auch in Talosia und im Laufe der vergangenen Jahre haben auch einfache Bauern die Mythen und Märchen in ihrer Gegenwart erleben dürfen.

Ich verstehe dein Tierwesenprojekt als ambitionierte Langzeitplanung. Du hast gute Vorbilder beim Basteln, viel Erfolg dabei. Wenn dir ein gutes Kostüm gelingt, meld dich bei mir. Dann vermeiden wir vielleicht ein weiteres 1Mann Land



Tsts Menk das du was gegen Werwesen hast wußte ich ja noch gar nicht.

Gruß vom schwarzen Wolf vom Seeteufel.

#19 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Menk 07.12.2012 03:03

Ich mache da kein Geheimnis draus. Aber persönliche Vorlieben müssen ja anderen nicht den Spaß verderben. Ich finds auch nicht richtig extra Charaktere darauf anzulegen seine Abneigungen zu denunzieren.

Allerdings will ich auch nicht scheinheilig sein. Manche Charakterkonzepte überschneiden sich logischerweise mit den Spielvorstellungen. Meinen Wilänenmagier z.b. spiele ich als übelsten Rassisten der lediglich Akademiemagier als achtbare Menschen anerkennt. Darunter gibt es noch ungebildete Menschen und darunter Tiere.
Ich vermute auch unterbewusst bei den Konzeptionen in Talosia sicher einige Bindungen zueinander mit Antipathie zu Dingen wie Halbwesen aufgebaut zu haben.

Kurz gesagt, ich spiele durchaus mit Halbwesen und habe dabei auch häufig Spaß. Und ich helfe auch anderen wenn sie etwas derartiges umsetzen wollen. Aber ich sortiere durchaus auch Spieler auf, die mit Halbwesenkonzeptionen nicht in die Spielwelt Talosia reinpassen (wo in der Feldmark selbst Elben einige Jahre um Menschenrechte kämpfen mussten und noch heute Vorurteilen unterliegen). Das hat aber alles Hintergründe und diese liegen darin begründet, dass die Menschen in ihrer Geschichte unangenehme Kontakte mit Tierwesen hatten.

Das Problem ist mit Werwesen einfach, dass sehr häufig Defizite in der Darstellung und vor allem bei der Spielbalance entstehen. Von einem Halbhobbit - Halbfrosch habe ich noch nichts gehört. Dessen Sonderfähigkeit wäre vermutlich beim Buffet mit seiner ausrollbaren Zunge anderen das Essen vom Teller zu stehlen

#20 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Meril 07.12.2012 10:45

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Von einem Halbhobbit - Halbfrosch habe ich noch nichts gehört. Dessen Sonderfähigkeit wäre vermutlich beim Buffet mit seiner ausrollbaren Zunge anderen das Essen vom Teller zu stehlen /images/wink.gif

LOL
Ich glaube, ich habe ein neues Projekt ....

Halbwesen sind allgemein schwerer umzusetzen und zu spielen als Vollwesen. Schließlich muss man als Halbwesen zwei Kulturen/Herkünfte glaubhaft rüberbringen statt einer. Man ist weder das eine, noch das andere und immer zwischen den Stühlen. Besonders bei Halbelfen fällt es oft auf, dass sie eben nach Menschen mit Gummiohren ausehen, weil sie Standardkleidung tragen und sich benehmen wie ein normaler Mensch .. weil sie ja unter Menschen aufgewachsen seien. Aber warum dann die Gummiohren? Läst man sie weg ist es ein toller Menschencharakter, aber mit Ohren einfach nur eine schlechte Elfendarstellung :-/ Das ist immer sehr schade.
Allerdings ist es ja nicht das Elternteil, das einen Charakter besonders macht, sondern die eigenen Erfahrungen und Attitüden.

Oft heißt es leider: Halb-Rasse = halber Aufwand bei der Darstellung. Es ist aber umgekehrt: Halb-Rasse = Doppelter Aufwand bei der Darstellung.
(Darstellung = Spiel + Gewandung + Hintergrund)

Wenn es dann noch grenzwertig wird von der Mischung (Trollfee, Elfork, Froschhobbit, ...) kann ich es nur noch schwer ernst nehmen ... Auch Dinge wie die Seele eines Drow, Drachen, Elementars etc angeblich in sich zu haben finde ich eher albern. Man kann es einfach nicht anständig darstellen, besonders, wenn man es äußerlich nicht merkt, dass mit dem Charakter etwas nicht stimmt. Und sich dann noch Fähigkeiten dafür aufzuschreiben schiebt solche Konzepte ganz schnell in die pappnasige Ecke.
Wenn, dann sollten Rassenmixturen auch spieltechnisch große Nachteile haben. So kann das Aussehen ein Stigma sein, weswegen der Charakter gemieden wird. Oder er verfügt über körperliche Gebrechen, da seine zwei Blutlinien miteinander nicht absolut kompatibel sind (quasi wie Maultiere/Maulesel oder Kreuzungen mit Gendefekten wie Dackelkatzen und Nackthunde). Er altert vl schneller, ist schwächlich, .... da gäbe es Möglichkeiten den Charakter interessant zu machen und zu zeigen, dass man nicht nur der Fähigkeiten wegen eine Mischrasse spielt, besonders wenn es ins düster geht (Halbdämon, Halbdrow, Halbork etc.). Ein Huhn kreuzt sich halt nicht ohne Defizite mit einer Eidechse ...

Ich mag es sehr, wenn sich einige deutliche Mühe mit ihren Charakteren geben und habe schon mit so manchem Mischwesen sehr schön gespielt. Pauschal würde ich aber dennoch eher davon abraten eines zu spielen und zu einem Menschen, oder mit entsprechender Gruppenunterstüzung, zu einer Vollrasse raten.
Falls aber jemand unbedingt will und Tipps zur Umsetzung braucht, dann helfe ich jederzeit gern.

#21 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Menk 07.12.2012 13:51

Ich würde mich allgemein auch sehr freuen wenn eben mehr die Nachteile eines Charakters zur Geltung kommen. Ich spiele viel lieber mit Charakteren mit denen man sich ergänzen kann und nicht welchen die meinen sowieso alles zu können.

Deine Aussage "halbe Darstellung" unterschreibe ich vol und ganz. 10 Jahre Larp und ich traf noch kein einziges Halbwesen das Aufwand gemessen auch nur einer seiner beiden Seiten zeigte. In der Regel sind es Menschen mit Klamotte und manchmal guter Maske. Ich störe mich von daher mehr an aufrecht gehenden Orks die durch eine hagere Gestalt wirklich nur noch wie ein aufrecht gehender Mensch rüber kommen. Wenn dann noch diese Halbwesen Sache dazu kommt, dann wird es wichtig das auch kenntlich zu machen.

Bsp:

Ein HalbMensch HalbOrk wäre durch Schändung von gelünderten Dörfern nachvollziehbar. Unter Menschen wäre diese (nicht nur sprichwörtliche) Missgeburt ohne Frage ein Ausgestoßener. Viel mehr noch vereint diese Gestalt das Hassobjekt dieser Orkanfeindungen. Misshandlungen wären zumindest in Kindheitstagen häufig der Fall. D.h. zur "Ork" angelehnten Maske kommen vernarbte Hautmerkmale, vielleicht eine gebrochene Nase, gebrochene Hauer die er sich im Wunsch nach Gleichstellung in einem Anfall von psychologischer Instabilität selbst absägte.
Unter Orks wäre dieser Mischling in einer ebenso schlimmen Lage. Seine menschlichen Attribute schwächen seine körperliche Konstitution im Vergleich zu anderen Orkkriegern. Mag sein, dass er die Veranlagung zu überlegten Handlungen hat, aber in einer Orkgesellschaft zählt Stärke als wichtigstes Attribut.

Dieser Mischling wäre in beiden Gesellschaften ein Ausgestoßener und ein Schwächling in Kindheitstagen mit entsprechender Prägung für sein Erwachsenenalter. Sicher haben diese schweren Zeiten ihn gehärtet, aber grade diese optischen Misshandlungen, die zerstörte Psyche, das sind Sachen die im optischen und im Charakterspiel heraus gearbeitet werden müssen.


Mischwesen wie Drachen - oder Katzen - werden dann noch schwieriger. Von unglaubhaften Geschichten ganz abgesehen.

Der Halbelf/mensch ist für mich fast etwas normales. Aber eben so normal, dass es für mich immer Menschen mit spitzen Ohren sind. Schlimm finde ich dann aber kulturelle Mischungen mit Völkern, die sowas wie Elben verabscheuen oder fürchten. Da tritt dann auch mein Orkbeispiel in Kraft.

Am Ende sei klar gesagt, ja ich mag "kaputte" Charaktere. Ich spiele aber auch gerne mit vernünftigen Charakteren. Aber ungern nunmal mit Charakteren, die nur Vorteile rauspicken und sonst keine Verhaltensauffälligkeiten zeigen

#22 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Johanna von Reichenort 07.12.2012 14:27

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Ich würde Menk gern 100 % zustimmen (insbesondere zum Thema nur Vorteile statt Nachteile bei Halbwesenspielern), aber da kommt von hinten leider die Plotgummikeule. Daher folgender Tipp für unseren Neuankömmling:

Solche "kaputten" Charaktere wie von Menk beschrieben sind hochinteressant, weil damit endlich glaubwürdig, aber in der klassischen Situation einer Abenteuercon sind sie zum spieltechnischen Aussenseiter verdammt. Was durchaus glaubwürdig ist. Es drängen sich dann alle "Normalos" zusammen, um die lebensbedrohliche Situation abzuwenden, und der "kaputte" Char bleibt als Störfaktor aussen vor (unverlässliche "loose canon", wie der Amerikaner sagen würde). Aber was nützt einem ein interessantes Charkonzept, wenn man es spieltechnisch nicht an den Mann bringen kann. Alle sind mit der Plotlösung beschäftigt. Ich erinnere mich an so manchen interessanten "Schreiter" auf Con, der über das Zeltgelände in der Erwartung ging, mal endlich ob seiner abgefahrenen Maske angesprochen zu werden. Stattdessen schritt er gravitätisch einsam durch die Gegend, weil alle mit der Rettung der Welt beschäftigt waren. Blöd für ihn, blöd für uns. Chance vertan.

Daher mein Tipp: die interessanten "kaputten" Charaktere bitte für Ambiente- und Akademiecons, wo man das Charakterspiel richtig geniessen kann. Oder auf Abenteuercons ab 5 Spieltagen. Da ist dann richtig gut Zeit zu. Tovaks Char auf dem ersten 10-Tagescon war kaputt, schwierig und durch die ausreichende Zeit eine echte Bereicherung. Ich verdanke ihm eine meiner tollsten Conerinnerungen, unsere Gruppenbesprechung war mit das Intensivste an Spiel, was ich je hatte.

Für klassische Abenteuercons zwischen 3 und 4 Spieltagen bitte glaubwürdige Normalcharaktere mit der Lizenz zum Teamwork. Von daher ist Dein Ansatz zwei Chars zu basteln völlig richtig, Das "Kaputte" kommt zumindest auf Menks Cons selbst für den Normalochar von ganz allein....

#23 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Menk 07.12.2012 14:56

Ich nehme das als Kompliment für gute Arbeit

Es ist richtig, dass "kaputte" Charaktere ein Randdasein fristen. Ebendrum würde ich es Einsteigern nicht empfehlen, da sie noch über wenig Erfahrung verfügen um dies mit spannenden Spiel aufzuwiegen. Wenn man aber als Außenseiter Charakter mit interessanten Aktionen auffällt, dann findet man umso schneller Spielpartner.

Mein Troll hatte es als Angewohnheit mindestens einmal am Tag (wenn mir grad langweilig war) eine lang ausgedehnte Gedenkzeremonie an seine Gefallenen Familienmitglieder zu halten. Dafür schleppte er einen Sack mit echten bemalten Steinen mit sich herum (große Steine) und jeden einzelnen deutete er symbolisch etwas an. Z.b. den gruss an die Stirn oder an das Auge mit einer sanften Bewegung. NSC die mich dabei erlebten hatten vermutet gleich ein mächtiges Kawumm um die Ohren zu bekommen. Der Charakter hatte aber keinerlei magische Fähigkeiten. Aber derartig fremdes Verhalten versetzt zum einen den Spieler in eine Charaktertiefe und zum anderen kann man es auch zu einem Stimmungswandel verwenden. Danach war ich extrem schweigsam und hochgradig agressiv. Zwei Spieler gingen hinterrücks an meinem Banner vorbei und es fiel um (stand inmitten des Steinhaufens). Mir war OT klar das sie es nicht waren. Als Charakter drehte ich mich aber um und wertete dies als Schändung meines Heiligtums. Daraus ergab sich viel Spiel (man muss ja nicht jeden gleich töten und Auffressen). Infolgedessen haben Leute die mich kannten in brenzligen Situationen ganz bewusst mit Aufgaben betraut oder in Gespräche verwickelt die mich von dem sensiblen Geschehen abgelenkt haben. Dabei entstanden viele Freundschaften, Aufträge und auch Mahlzeiten....

Vielleicht hilft die Faustregel: Wer einen Mischling spielt, ist selten ein Harmoniemensch/bär. Man sollte sich von daher Gedanken machen wie man aus Konfrontationsreichen Aktionen möglichst viel Spiel aufbaut ohne gleich alle gegen sich langfristig aufzubringen. Sobald dann eine Beziehung zu anderen Charakteren aufgebaut ist, ergeben sich Interaktionen von ganz alleine.

Man kann aber auch Pech haben. auf dem Bann der Natur 2 war ich mit besagten Wilänenmagier "sehr einsam". Die angetroffene Gesellschaft repräsentierte alles was der Charakter verabscheute. Lediglich die NSC Bauern und ein Spieler Akademiemagier waren annehmbar. Die Bauern stachelte ich von der ersten Minute an dazu auf etwas gegen das Ungeziefer zu tun und die Spieler drangsalierte ich mit aufmüpfigen Kommentaren der Verachtung und fand immer wieder Anlaß zum Meckern. Am Ende der Con hatte ich das Gefühl von einigen mehr gehasst zu werden als sie den NSC Bösewicht nicht mochten.
Spielst du etwas besonderes, verhalte dich auch besonders andersartig. Versuch das nicht mit besonderen Fähigkeiten auszugleichen, sondern überlege wie du dich mit deinen besonderen Merkmalen einbringen kannst.

#24 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Meril 07.12.2012 15:06

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Solche "kaputten" Charaktere wie von Menk beschrieben sind hochinteressant, weil damit endlich glaubwürdig, aber in der klassischen Situation einer Abenteuercon sind sie zum spieltechnischen Aussenseiter verdammt. Was durchaus glaubwürdig ist. Es drängen sich dann alle "Normalos" zusammen, um die lebensbedrohliche Situation abzuwenden, und der "kaputte" Char bleibt als Störfaktor aussen vor (unverlässliche "loose canon", wie der Amerikaner sagen würde). Aber was nützt einem ein interessantes Charkonzept, wenn man es spieltechnisch nicht an den Mann bringen kann. Alle sind mit der Plotlösung beschäftigt. Ich erinnere mich an so manchen interessanten "Schreiter" auf Con, der über das Zeltgelände in der Erwartung ging, mal endlich ob seiner abgefahrenen Maske angesprochen zu werden. Stattdessen schritt er gravitätisch einsam durch die Gegend, weil alle mit der Rettung der Welt beschäftigt waren. Blöd für ihn, blöd für uns. Chance vertan.

Das trifft sicherlich auf viele Konzepte zu. Die große Herausforderung dabei ist ja (zusätzlich zur Darstellung durch Optik und Spiel) auch noch konstruktiv das Spiel zu bereichern. Ein gequältes armes Seelchen, das depressiv im Zelt sitzt bringt niemandem was. Genauso aber der ausgestoßene Halb-Ork, der unnahbar herumstolziert und jedem eine rüberhaut, der ihn krumm anguckt.
Jeder Charakter braucht einen Grund, warum er auf der Con ist und ein Interesse daran am Plot teilzunehmen.
Ein Charakter, der ausgestoßen ist und sowieso keine Lust hat sich einzubringen, weil ja immer schon alle gemein zu ihm waren, wird es schwer haben. Sucht er aber trotz aller Widrigkeiten nach Anerkennung, Macht, einer Heimat oder einfach Freunden, dann kann er aus dieser Motivation heraus durchaus in Interaktion mit anderen treten. Aber es muss klar sein: Es ist ein Kampf für den Charakter. Er muss ständig auf seinen Rücken achten, sich ständig beweisen und jeder Fehltritt hätte für ihn gravierendere Folgen als für einen "normalen" oder Menschencharakter. Er wird auch oft zurückgewiesen werden und der Spieler muss dann OT raffen, ob der Gegenüber die Zurückweisung rein IT meinte, oder auch OT keine Lust auf Spiel mit diesem Konzept hat. Das ist eine ziemliche Gratwanderung ...

Allerdings macht das auch den Reiz der Halbwesenrolle aus, zumindest für mich.
Hätte der Charakter sich bereits aufgegeben, dann würde er sich ein Messer nehmen und sein Leben beenden oder hätte es evtl schon längst getan. Stattdessen argumentiert er um sein Leben, würde notfalls auch darum betteln und sich strengen Auflagen unterwerfen um die Gnade seines Gegenübers zu erhalten. Mit welchem Grund? Es gibt viele. Genauso kann man einen Kriegsveteranen, ein Gewaltopfer, einen psychisch kranken Menschen fragen warum er am Leben festhält.
Auch für einen "kaputten" Charakter hat das Leben schöne Seiten und es gibt Dinge die ihm wichtig sind. Sogar kleinste Dinge, die normalen Menschen nicht einmal auffallen, können für einen Ausgestoßenen ein Grund zur Freude sein. Das Verlangen nach Zuneigung, Gesellschaft, Akzeptanz und Anerkennung ist menschenartigen Wesen quasi angeboren und es existiert immer noch die Hoffnung, dass die Sonne ihr strahlendes Licht irgendwann einmal auch auf einen Bastard wirft. Zudem ist es ein persönliches Anliegen sich selbst zu beweisen, dass man etwas wert ist.
Ich habe mich z.B. viel psychologisch informiert und auch über Bekannte Kontakte zu Menschen, die "krankheitsbedingt" anders denken und finde, dass man sich daher gute Inspirationen für das Innenleben eines "kaputten" Charakters holen kann. Und auch diese Menschen, bei denen man denkt "Oh, Gott! Die müssen die Hölle durchlebt haben!", empfinden ihr Leben als lebenswert. Warum sollte das bei einem Bastardcharakter anders sein?
Es ist ja nicht Sinn der Sache, dass man den Plot allein löst oder sich daran gar nicht beteiligen kann. Es reicht eine Sache, die der Charakter gut kann und sie ist seine Möglichkeit trotz des "Defizites" von der Gruppe anerkannt zu werden. Er sollte sie nutzen :-)
Man kann nicht erwarten, dass alle auf einen zukommen und fragen was einem denn passiert sein und welches schlimme Schicksal einen denn ereilt hätte (davon ab, dass ein "kaputter" Charakter sich evtl für sein Äußeres eher schämt und auch kein Mitleid von anderen will). Es liegt am "kaputten"Charakter selbst auf andere zu zugehen und sich trotz der optischen Andersartigkeit nicht ins Aus zu manövrieren. Skepsis und Vorsicht kann man nutzen, aber sollte sich bewusst machen, dass es der Aussenseiter ist, der den Vertrauensvorschuss an die Gruppe leisten muss. Sonst wird sie ihn einfach nicht beachten.
Optik bietet da zwar Spielpotential für die erste Reaktion, aber mehr auch nicht. Dann liegt es am Spieler das Spiel zu fördern. Aber das generiert man nicht dadurch, dass man sich absichtlich absondert.

... wir schweifen ab^^ .. eigener Thread, Menk?

#25 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Menk 07.12.2012 15:24

Ich finde grade durch die Anregungen und Motivation in der Vorstellung diesen Thread sehr passend. Ich benenne ihn aber um und verschieb ihn in den Philosophiebereich

#26 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Elia Y 07.12.2012 15:24

Ich habe da ein interessantes Konzept für einen Halbdrow-char, das mich unglaublich reizt und schon wegen seiner grundlegenden persönlichen Neigung so gut wie tot ist... Kann es nicht darstellen, aber es reizt mich. Dazu kommt wegen der geringen Lebenserwartung natürlich das mit der Anschaffung, aber Lust hätte ich... Andererseits, wer weiß... nachher wird der Char noch ernst genommen und überlebt... o.O° ...

Ansonsten stimme ich gerne zu. Habe wegen einem meiner verrückten Chars fast ein schlechtes Gewissen... aber andererseits kann niemand bestreiten, dass er körperliche Gebrechen hat... Nein... Was Johanna sagt stimmt schon. Meine Konzepte sind plotfähig und weltrettungsinteressiert, ohne allzu starken Argwohn gegenüber komischen wasauchimmer. Auf Abenteuercons, vor allem auf Talosia, rückt die Weltrettung in der Prioritätenliste zu weit nach oben und der Zeitfaktor arbeitet da eben immer gegen das Spiel mit einsamen kaputten chars. Innerhalb der Gruppe ist es da schon schwer, selber mal kaputt sein zu können wegen was auch immer wieder.

Dieser Thread ist nur vielleicht langsam etwas in eine falsche Richtung mutiert.

edit: da sind ja schon wieder Antworten... seid ihr schnell... oder ich langsam...

[ Editiert von Elia Y am 07.12.12 15:25 ]

#27 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Meril 07.12.2012 17:08

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Wer einen Mischling spielt, ist selten ein Harmoniemensch/bär. Man sollte sich von daher Gedanken machen wie man aus Konfrontationsreichen Aktionen möglichst viel Spiel aufbaut ohne gleich alle gegen sich langfristig aufzubringen.


In letzter Zeit habe ich mir sehr viele Gedanken zum Thema Fremdrassen und Halbrassendarstellung gemacht, natürlich kommt man dabei um das Thema Konfliktspiel nicht herum ;-) Je nach Halbrasse provoziert ein Charakter dies schließlich mehr oder weniger stark ...
Konflikspiel selbst ist wieder stark von beiden Parteien abhängig, man braucht Konfliktspielpartner. Es ist immer noch ein Miteinander und kein Gegeneinander, das ist wichtig. Schließlich hat Konfliktspiel den Konflikt zum Ziel und nicht dessen Lösung ;-) Leider sehen viele Spieler immer nur eine (endgültige) Konsequenz, nämlich den "komischen" Charakter zu töten und verschenken damit sehr viel Spiel für beide Seiten. Ein Hexenjäger kann nur wirklich Hexenjäger sein, wenn er eine Konfliktspielpartnerin (Hexe) hat, der er versuchen kann etwas nachzuweisen. Es wäre lahm sie einfach zu erschießen, viel schöner wäre es, wenn er ihr nachstellen würde (was schöne IT-Gerüchte aufkommen lassen könnte) um Informationen zu sammeln, versucht im Gespräch Fallen zu stellen damit sie sich verplappert (das aber ohne ihr ständig das Wort im Munde zu verdrehen) und auch mal entkommen lässt, nachdem er sie einmal erwischt hat. Auf den nächsten Cons kann man dieses Spiel weiter führen und beide Charaktere erhalten eine Bindung zueinander und einen Grund miteinander zu interagieren. Der Hexenjäger ist insgeheim nur wegen ihr da, sie versucht ihm eins auszuwischen und treibt so ihre Spiele mit ihm wie in einem guten Krimi der Räuber mit dem Gendarm. Das alles geht ohne (W)Affengewalt und schnöde Hinrichtungen, es macht nicht nur den beiden Spaß, sondern auch dem engeren Mitspielerkreis der beiden.
Es kann sich ein schwelender Hass aufbauen, den man spürt wenn sie sich begegnen. Trotzdem achten sie einander und respektieren das Leben des anderen, bis vielleicht einer (OT) entscheidet, dass der Partner dem Charakter ein ehrenvolles Ende bereiten kann.
Es wäre schön mal auf Cons tatsächlich Hass auszuspielen, offene Anfeindungen und Drohungen - statt immer gleich eine Hetzjagd zu veranstalten ... es gibt so viele Möglichkeiten, die genauso konsequent sind und deutlich glaubwürdiger dazu. Ich verweise da gerne mal auf Serien wie Game of Thrones, wo quasi jeder jedem hintenrum schaden will ... aber nur seltenst stoßen sie sich einfach den Dolch in den Rücken, weil es einfach keine Spannung erzeugt und in den meisten Fällen dumm vom Täter wäre.
Leider sind im Larp viele vorschnell mit den Waffen und kennen nur hinrichten, erschlagen, verbrennen ... und sehen das als "konsequent". In Wahrheit ist es genauso destruktiv wie der Meuchler im Schlaf und der Drow hinterm Klo ...


Spielst du etwas besonderes, verhalte dich auch besonders andersartig. Versuch das nicht mit besonderen Fähigkeiten auszugleichen, sondern überlege wie du dich mit deinen besonderen Merkmalen einbringen kannst

/sign. Das ist sowieso das A und O der Fremdrassendarstellung und ohne das braucht es keine Fremdrassen, egal wie toll das Kostüm. Kultur und Verhalten machen eine Fremdrasse im Spiel maßgeblich aus, nicht ihre körperlichen Attribute. Spock wäre nur halb so cool, wenn er sich wie ein Mensch verhalten würde und sich genauso geben würde wie der Rest der Crew. Sein Verhalten und seine Art zu reden machen ihn zum Vulkanier. Auch ohne die Ohren wäre er noch anders als der Rest der Crew.
Wenn man die Fremdrasse/Fremdkultur auch ohne primäre körperliche Merkmale erkennen kann, dann ist eine Darstellung gelungen.
Es ist schwer dies diszipliniert durchzuziehen und auch mit mitunter mit Restriktionen für den Spieler verbunden. Eine rülpsende Elfe, die saufend in der Nase popelt ist einfach unpassend. Da muss man sich schon zusammenreißen und wenigstens gerade sitzen und zum Ausgasen kurz um die Ecke verschwinden. Aber es lohnt sich den Aufwand zu betreiben, da man den Mitspielern damit positiv auffällt und eher ernst genommen wird.
Ergo: Man wird eher behandelt wie eine Elfe behandelt werden möchte. Respekt kommt nicht von allein, den muss man sich erarbeiten. Und zwar nicht durch das Tragen eines Kostüms oder das Ankleben irgendwelcher Gummiteile. Leider glauben einige, dass eben genau letzteres ausreicht und verlangen aufgrund ihrer Rasse Respekt, ohne ein gewisses Auftreten an den Tag zu legen, das respektvollen Umgang verdient.

#28 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von L0u 07.12.2012 17:35

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Einschub:

Zitat
Wenn man die Fremdrasse/Fremdkultur auch ohne primäre körperliche Merkmale erkennen kann, dann ist eine Darstellung gelungen.


Und genau das ist das Argument Vieler, die zu Bastel-/Nähfaul und/oder ressourcenarm sind sind um ihr "ach-so-geiles"-Fantasykonzept darzustellen. Ja, ist schon richtig, aber wie gut der schauspielerische (rollenspielerische.. jaja) Teil ausgebaut ist [also wie befähigt der Gewandungsminimalist im pers. Rollenspiel ist], entscheiden die Mitspieler. Diese lassen aber oft ein von weitem halbgares Konzept gar nicht lang/nah genug an sich heran um dies "vernünftig" beurteilen zu können...

Wir können hier viel schreiben und diskutieren.
Aber machen und dann beurteilen, finde ich in diesem/deinem Fall angebrachter

#29 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von Meril 07.12.2012 17:47

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Und genau das ist das Argument Vieler, die zu Bastel-/Nähfaul und/oder ressourcenarm sind sind um ihr "ach-so-geiles"-Fantasykonzept darzustellen. Ja, ist schon richtig, aber wie gut der schauspielerische (rollenspielerische.. jaja) Teil ausgebaut ist [also wie befähigt der Gewandungsminimalist im pers. Rollenspiel ist], entscheiden die Mitspieler. Diese lassen aber oft ein von weitem halbgares Konzept gar nicht lang/nah genug an sich heran um dies "vernünftig" beurteilen zu können...

Das ist halt der Punkt. Aber auch das Tollste Schauspiel/Rollenspiel ersetzt die optische Darstellung nicht. Beides macht die Rolle aus. Jemand, der nach Elf aussieht (muss ja nicht mal filmqualität haben) und sich so verhält, der wird auch ohne sichtbare Spitzohren als Elf erkannt. Mir ging es mit der Aussage speziell um die Entmenschlichung des Verhaltens bzw. die Verhaltensdarstellung, ich habe mich ungenau ausgedrückt.
Das Verhalten macht den Charakter (seinen Geist/sein Wesen) aus, die Kleidung aber transportiert die innere Fremdartigkeit nach außen und sendet die für das Umfeld wichtigen Signale. Und nur beides führt zu einer stimmigen Gesamtdarstellung. Ohne die korrekten Sendesignale wird es nicht zu Funkkontakt mit dem potentiellen Empfänger kommen.
Darstellung = Spielverhalten + Kostüm + Hintergrund

Aber machen und dann beurteilen, finde ich in diesem/deinem Fall angebrachter /images/wink.gif
Meinst du mich? Bzw. was meinst du genau?

[ Editiert von Meril am 07.12.12 17:48 ]

#30 RE: Vorstellung und Idee zu einem Halbwesen von L0u 07.12.2012 18:03

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nee, nicht dich


btw: wenn es toll aussieht sich dann aber als leere Hülle entpuppt, muss ich ja nicht mit spielen, aber es stört wenigstens nicht im Sichtfeld ^^ Ber das jetzt alles durchzuargumentieren - da sind wir wieder bei Huhn und Ei und so... und wenn wir es überspitzen wollen die Frage WER welche ROLLE spielen DARF um akzeptiert zu werden.

Wenns desshalb "hart auf hart kommt" (Konflikt der Ansichten über Beginner die was krasses spielen wollen) 'Optik vor Spiel', denn Larp ist mMn ein visuelles Hobby. Oha da hab' ja was gesagt, hä?

Doch noch Disclaimer, weil ich den wütenden Mob zwar lustig finde, mich es aber doch irgendwann nervt:
Bedeutet nicht, dass ich jetzt erwarte, dass alle High-End Aussehen sollen!!! Aber Mischlingswesen mit enormen WannaBeBooyahEffekt sollten das schon anstreben um die "gewünschte" (geträumte) Wirklung zu erhalten.

Und noch was: Ich habe auch ein Fabelwesen (Faun ähnlich). Würde damit aber niemals als Larpanfänger einsteigen. Bislang sind ca. 130 Arbeitsstunden und 220€ drin (keine Rüstung, kein Larpstab! nur Gewandung/Fell/Horn) und noch lange nicht fertig!

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